Ab wann lohnt sich für mich der Ausbau zum Holzwerk?

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MüllersMax
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Ab wann lohnt sich für mich der Ausbau zum Holzwerk?

Beitrag von MüllersMax » 16. Nov 2018, 23:24

Hey Leute,

Im Chat kommt oft die Frage auf, ab wann es sich lohnt, ein Holzwerk zu bauen. Die Antwort ist in der Regel: So ab 60 Holz im Wald, vorher sei der Umbau zu teuer. Doch nicht nur Umbau kostet Ressourcen, auch das Abschlagen selbst, und da schlägt das Werk ja viel weniger als der Holzfäller. Ich wollte das also mal genauer wissen, denn mich hat nicht nur interessiert, wie viel Holz ich rauskriege, sondern auch, wie hoch die jeweils "versteckten Kosten" in Form von Werkzeug und Nahrung sind sowie der Zeitgewinn.

- Der Förster wird hier vorausgesetzt!
- Alle Zeit- sowie Materialkosten für den Umbau und die jeweiligen Produktionskosten sind in den folgenden Beispielen mit eingerechnet

I. Ergebnis
Große Überraschung in meinen Augen: Der Ausbau schadet eigentlich nie. Mit Blick aufs Holz allein, wenn man in Nahrung und Zeit schwimmt, kriegt man ab einem Waldbestand von 55 aufwärts mehr Holz mit dem Holzwerk als mit dem Holzfäller aus seinem Wald (s.u. Bsp. 2) - wobei beide Produktionsstätten zwischen 40 und 55 Bestand quasi die gleiche Holzmenge produzieren. Die Differenzen sind minimal.

Wer aber auf zeitliche Effizienz schaut und auch nicht unnötig Nahrung verschwenden will, dem sei der Ausbau schon ab einem Bestand von 40 aufwärts empfohlen (nur 1 Holz Verlust gegenüber dem Holzfäller, dafür deutliche Gewinne bei Nahrung und Zeit: s.u. Bsp. 1) .

Für Interessierte hier die Formeln, dahinter die Beispiele. Ganz unten noch Erläuterungen:

II. Formeln (Förster vorausgesetzt!!!)
y = Waldbestand
p = Menge Produktionen/Schlagungen/Klicks
t = Zeitaufwand (in min)
n = Nahrungsaufwand
x = Nettoertrag Holz

Holzfäller:
p=y
t=10y
n=2y
x=1,75y

Holzwerk: Die Kursivangaben sind die festen Umbaukosten
y ist auf die nächste durch 3 teilbare Zahl aufzurunden (bsp: 50-->51)
p=0,33y
t=4,95y + 180
n=1,32y + 7,5
x=1,82y - 7

III. Beispiele
☼ Beispiel 1: Wald mit 40(=y) Holz
Der Holzfäller kann mit Förster 40(=p=y) Mal produzieren und schafft dabei in 400 Minuten 70 Holz heran (Warum nur 70? Siehe unten IV. Erläuterungen). Das kostet den Spieler 80 Nahrung.

Beim Holzwerk ist das etwas komplizierter. Der Waldbestand muss zunächst auf 42(=y) aufgerundet werden, weil das Holzwerk immer 3 (mit Förster) abhaut und uns zum Glück auch dann nochmals 6 Holz (für 3) schenkt, wenn nur noch 1 Waldbestand da ist. Kurzum: Es finden 14 Abschläge statt (p=0,33y). Für die 14 Produktionen gibts brutto 84 Holz. Hier sind aber sowohl die Ausbaukosten als auch die Werkzeugkosten beim Produzieren noch abzuziehen. Am Ende gibts netto 69,44 Holz. Das ist minimal weniger als beim Holzfäller (genau 1 Holz). Das ganze dauert mit Umbau 382,95 Minuten, geht also dafür etwas schneller als beim Holzfäller und kostet auch mit Umbauressourcen nur 62 (61,62) Nahrung.

--> Überraschung, es lohnt sich! Denn Zeit- (17 Minuten) UND Nahrungsgewinn (18 Einheiten) machen in meinen Augen den Verlust von 1(!) Holz durchaus wett. Das ist natürlich alles rein theoretisch. Wenn einem im entscheidenden Moment das Material fehlt für nen Umbau, dann sollte mans einfach lassen. Denn man gewinnt eben "nur" Zeit und Nahrung... - und den meisten gehts ja ums Holz bei der Holzproduktion ;)

☼ Beispiel 2: Wald mit 55(=y) Holz
Holzfäller:
Nettoertrag Holz: 97
Zeitaufwand: 550 Minuten
Nahrungsaufwand: 110 Nahrung

Holzwerk:
Nettoertrag Holz: 97
Zeitaufwand: 462,15 Minuten (Umbau schon eingerechnet)
Nahrungsaufwand: 83 (Umbau schon eingerechnet)

--> 55 ist der Waldbestand, ab dem der Nettoertrag beim Holzwerk den Nettoertrag vom Holzfäller übersteigt. Hier lohnt es sich also schon mit Blick aufs Holz. Zeit- und Nahrungsvorteil sind natürlich beim Holzwerk dann noch deutlich größer.

☼ Beispiel 3: Wald mit 37
Holzfäller:
Nettoertrag Holz: 65
Zeitaufwand: 370 Minuten
Nahrungsaufwand: 74

Holzwerk:
Nettoertrag Holz: 64
Zeitaufwand: 373 Minuten Umbau schon eingerechnet)
Nahrungsaufwand: 59 (Umbau schon eingerechnet)

--> Wenn man eigentlich von allem genug hat, ist selbst bei nem 37er Wald der Ausbau aufs Holzwerk kein Verlust, da man 15 Nahrung spart, dafür dann auf 1 Holz verzichtet. Zeitlich dauerts minimal länger. Aber da man dann ja auch wieder EW verliert durchs Ausbauen, ists vielleicht mühselig. Wird man wahrscheinlich eher lassen.

IV. Erläuterungen:

- WZ wurde in allen Berechnungen in Holz umgerechnet und etwaige Kosten direkt vom Nettoertrag abgezogen. Es gilt 1WZ=0,25Holz (Produktion beim Tischler). Bretter- und Steinkosten für den Umbau wurden ebenso in Holz umgerechnet(6Bretter=3Holz; 3 Stein = 1,875 ~ 2Holz; 6WZ=1,25 ~ 2Holz). Somit kostet der Umbau insgesamt ein Äquivalent von 7 Holz und 7,5 Nahrung. WZ-Kosten fallen bei jedem einzelnen Produktionsvorgang in Holzfällerhütte und Holzwerk an. So ergibt sich in Bsp. 1 für die Holzhütte auf einem 40er Waldstück ein Brutto-Holzertrag von 80, aber nur ein Nettoertrag von 70 Holz, weil 40x 1WZ (=10 Holz) beim Abholzen verbraucht wird.

- Die Zeitkosten für den Umbau zum Holzwerk betragen 180 Minuten. Wenn man noch den Zeitaufwand für die Produktion der zum Umbau benötigten Ressourcen einrechnen möchte, müsste man noch 210 Minuten draufrechnen. Das habe ich in meinen Beispielen nicht gemacht, weil diese Zeiten ja zeitgleich ablaufen und nicht unbedingt alle nacheinander. Zeitaufwand habe ich also nur addiert, wo er eindeutig nacheinander abläuft (Produktionsfolge im gleichen Betrieb + evtl. vorheriger Ausbau).

- Wie kommt es zu den komischen Zahlen der Holzwerkformel?
Die Nettoholzmenge x ist ausführlich:

x = 6* • 0,33y**- 0,5p***
*Holz pro Abschlag|**Anzahl Abschläge (=p)|***Werkzeugkosten pro Abschlag

Daraus ergibt sich x = 6p - 0,5p = 5,5p
Und da p = 0,33y, folgt: 5,5p = 1,82y
Also ist x = 1,82y

:)

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